Dokumente und Ablauf: So starten Sie legal in Dubai

Wer aus Österreich ein legales Unternehmen in Dubai aufbauen möchte, sollte die formalen Schritte kennen: von der Wahl der Rechtsform und Lizenz über die nötigen Dokumente bis hin zu Visa und Bankkonto. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Optionen, häufige Fallstricke und realistische Kostenrahmen, damit die Planung fundiert gelingt.

Dokumente und Ablauf: So starten Sie legal in Dubai

Dubai gilt als dynamischer Wirtschaftsstandort mit klaren Regeln für Lizenzen, Visa und Compliance. Wer dort legal gründen möchte, sollte früh klären, welche Tätigkeit erlaubt ist, welche Behörde zuständig ist und welche Unterlagen in welcher Form (beglaubigt/übersetzt) einzureichen sind. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Punkte für deutschsprachige Gründerinnen und Gründer aus Österreich zusammen, inklusive Dokumenten-Checkliste, Ablauf, Zeitplan und einem realistischen Überblick zu Gebühren und laufenden Pflichten.

Geschäft starten in Dubai – was ist zu beachten?

Die Wahl zwischen Mainland (Festland) und Free Zone prägt Ihr Setup. In vielen Branchen ist 100 % ausländisches Eigentum möglich, in regulierten Sektoren gelten Sonderauflagen. Prüfen Sie Ihre Geschäftstätigkeit genau, da bestimmte Aktivitäten zusätzliche Genehmigungen benötigen (z. B. Gesundheit, Bildung, Finanzen). Überlegen Sie, ob Sie Kunden in den gesamten VAE bedienen möchten (Mainland) oder vorwiegend in der jeweiligen Freizone bzw. international (Free Zone). Bedenken Sie außerdem Visa-Bedarf, physisches Büro oder Flexi-Desk sowie Bankanforderungen.

Ein Unternehmen gründen: welche Rechtsformen?

Gängige Optionen sind die Mainland-LLC (über die Wirtschaftsbehörde in Dubai), die Free-Zone-LLC (z. B. in IFZA, Meydan, DMCC), eine Zweigniederlassung eines ausländischen Unternehmens oder die Einzelunternehmung für bestimmte Dienstleistungen. Free-Zone-Gesellschaften bieten oft schnellere Abläufe und Pakete mit Flexi-Desk. Mainland-Strukturen sind flexibel für Geschäft in den gesamten VAE. Zusätzlich existieren Freelancer- und E‑Commerce‑Lizenzen für beratende und digitale Tätigkeiten. Prüfen Sie steuerliche Pflichten, Buchführung, UBO‑Meldungen und mögliche Branchenauflagen.

Dokumente für die Gründung

Planen Sie eine saubere Dokumentenmappe: Reisepasskopien aller Gesellschafter und Direktoren, Passfotos, Wohnsitznachweis, gewünschte Tätigkeitsliste, Reservierung des Firmennamens, Anträge der zuständigen Behörde, gegebenenfalls Geschäftsplan (Free Zone abhängig), sowie eine Notwendigkeitsbescheinigung (NOC) des Arbeitgebers, falls Sie bereits in den VAE angestellt sind. Für Zweigniederlassungen sind beglaubigte Handelsregisterauszüge, Satzungen, Board-Resolution und Vollmachten nötig. Häufig verlangt werden legalisierte Übersetzungen und konsularische Beglaubigungen, bevor Unterlagen in den VAE anerkannt werden.

Ablauf und Zeitplan

Typischer Ablauf: 1) Geschäftstätigkeit bestimmen und Standort wählen (Mainland/Free Zone). 2) Firmennamen prüfen und reservieren. 3) Vorab-Genehmigungen einholen. 4) Satzung/MOA unterschreiben, Gesellschafterdaten einreichen. 5) Bürovertrag oder Flexi-Desk sichern. 6) Lizenz ausstellen lassen. 7) Establishment Card und Visa-Quota beantragen, E‑Channel/Einreisegenehmigung, anschließend medizinischer Test und Emirates ID. 8) Geschäftskonto eröffnen. 9) Nachlizenzielle Pflichten wie Buchhaltung, UBO/ESR‑Erklärungen und ggf. Steuerregistrierung beachten. Je nach Behörde dauert die Erstlizenz oft zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen.

Kosten und Anbieter im Überblick

Gebühren variieren je nach Behörde, Tätigkeit, Büronachweis und Visa-Anzahl. Free Zones bieten häufig Paketpreise, während Mainland-Lizenzen aus mehreren Gebührenbausteinen bestehen. Zusätzlich fallen Kosten für Visa, medizinische Tests, Emirates ID sowie eventuell für Übersetzungen, Beglaubigungen und Bankeinrichtung an. Die folgenden realistischen Spannweiten dienen als Orientierung und ersetzen keine individuelle Angebotsprüfung.


Produkt/Service Anbieter Kostenschätzung
Mainland-LLC Gewerbelizenz Dubai Department of Economy & Tourism AED 15.000–30.000 im ersten Jahr
Free-Zone Trading/Service License IFZA Dubai AED 12.900–25.000 im ersten Jahr
Free-Zone Consulting License Meydan Free Zone AED 12.500–20.000 im ersten Jahr
Free-Zone License DMCC AED 50.000–70.000 im ersten Jahr
Freelancer Permit GoFreelance (TECOM) AED 7.500–20.000 im ersten Jahr
Visabearbeitung (pro Person) Regierungsgebühren (allgemein) AED 3.500–7.000 pro Visa

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

Ich habe kein Geld aber ich möchte ein Geschäft starten

Ein legaler Start in Dubai erfordert immer ein Mindestbudget für Lizenz, Visa und Grundformalitäten. Mit begrenzten Mitteln kommen meist schlanke Dienstleistungsmodelle in Frage: Freelancer-Permit oder eine Free-Zone‑Consulting‑Lizenz mit Flexi‑Desk. Verzichten Sie anfangs auf Mitarbeiter- und Mehrfachvisa, halten Sie die Tätigkeit klar und digital, und planen Sie Reserven für Bank‑KYC, Übersetzungen und eventuelle Zusatzgenehmigungen ein. Alternativ kann eine Partnerschaft mit Kapitalgebern oder die schrittweise Expansion nach ersten Umsätzen sinnvoll sein, sofern die Compliance gewährleistet bleibt.

Abschließend gilt: Wer Tätigkeit, Rechtsform und Standort bewusst wählt, die geforderten Dokumente sorgfältig vorbereitet und die zeitlichen Abläufe kennt, kann die Gründung strukturiert bewältigen. Klare Kostenplanung und ein Verständnis für rechtliche Pflichten von der Lizenz bis zur laufenden Berichterstattung reduzieren Risiken und erleichtern einen nachhaltig regelkonformen Betrieb in Dubai.